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UteSp
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🔬 Evolution mit Humor: Die fantastische Vielfalt unserer Mitbewohner auf dem Planeten Erde 1️⃣8️⃣ 🧵 Der Tasmanische Teufel: Ein kleiner Wüterich mit „Stimmungsring“ in den Ohren Wenn man nachts in den Wäldern Tasmaniens unterwegs ist, kann einem das Herz schlagartig in die 1/36 Quellen ab Element 30

🔬 Evolution mit Humor: Die fantastische Vielfalt unserer Mitbewohner auf dem Planeten Erde 1️⃣7️⃣ 🧵 Der Seeotter: Warum Händchenhalten im Nordpazifik eine Überlebensstrategie ist Wenn man in der Evolutions-Werkstatt ein Tier für den eisigen Nordpazifik in 1/42

Hose rutschen. Da dringt ein Geräusch aus dem Unterholz, das wie eine Mischung aus einem asthmatischen Husten, einem hysterischen Kreischen und dem tiefen Knurren eines Dämons klingt. Die frühen Siedelnden dachten verständlicherweise, sie stünden dem Leibhaftigen gegenüber. 2/36 Dabei stammt dieses apokalyptische Soundkonzert von einem Wesen, das kaum größer ist als ein kleiner Hund – dem Tasmanischen Teufel. Die Evolutions-Werkstatt hat hier ein Paket geschnürt, das optisch wie ein knuddeliger Mini-Bär wirkt, 3/36 akustisch aber direkt aus einem Horrorfilm entsprungen ist. 🔴 Das große Namens-Wirrwarr (Und ein Teufel, dem das völlig egal ist) Bevor der kleine Kerl seinen heutigen, diabolischen Titel verpasst bekam, herrschte in den Schreibstuben der Naturforschenden die nackte Verwirrung. 4/36 Im Jahr 1807 taufte ihn der stellvertretende Landvermesser George Harris zunächst auf den sperrigen Namen Didelphis ursina – weil er ihn irgendwie an einen kleinen Bären erinnerte. Später dachte sich jemand: „Nein, das ist ein fleischfressender Dachs!“ und nannte ihn Dasyurus laniarius. 5/36 Erst 1841 kam der Zoologe Richard Owen auf den heutigen, offiziellen wissenschaftlichen Namen Sarcophilus harrisii, was übersetzt so viel heißt wie „Harrisis Fleischliebhaber“. Dem kleinen Beuteltier selbst war dieser Namens-Zirkus natürlich völlig egal. 6/36 Er lebt heute als größtes fleischfressendes Beuteltier der Erde ausschließlich im australischen Bundesstaat Tasmanien, einer rauen Insel südlich des australischen Festlands. Seinen heute weltberühmten Spitznamen „Teufel“ bekam er schlichtweg von den ersten europäischen Siedelnden 7/36 geschenkt. Als diese nachts im dichten, unberührten Eukalyptus-Urwald ihr Lager aufschlugen und plötzlich von diesem markerschütternden, hysterischen Kreischen und dämonischen Schnaufen aus der totalen Finsternis geweckt wurden, stand für sie fest: 8/36 Hier kann nur der Leibhaftige persönlich im Gebüsch sitzen.❗ 🔴 Die Ohren als biologischer Stimmungsring Kommen wir direkt zu einem meiner absoluten Lieblingsdetails dieses Beuteltiers: den Ohren. Normalerweise sind diese dünnhäutig und eher unauffällig rosa-grau gefärbt. 9/36 Doch der Tasmanische Teufel besitzt ein eingebautes Anzeigesystem für seine Gefühlslage. Wenn der kleine Kerl im Stress ist, sich paaren will, auf einen Rivalen trifft oder sich maßlos aufregt (was bei ihm quasi der Dauerzustand ist), schießt das Blut unter Hochdruck in seine Gehörgänge. 10/36 Das Ergebnis? ❓ Die Ohren färben sich schlagartig leuchtend dunkelrot! Ein biologischer Stimmungsring, der jedem Gegenüber unmissverständlich signalisiert: „Achtung, System läuft auf Betriebstemperatur, bitte Sicherheitsabstand einhalten!“ 11/36 🔴 Die Beißkraft eines Löwen im Miniaturformat Wer die Ohren-Warnung ignoriert, lernt schnell das nächste biomechanische Wunderwerk kennen. Im Verhältnis zu seiner Körpergröße besitzt der Tasmanische Teufel das stärkste Gebiss aller lebenden Säugetiere. ❗ 12/36 Seine Kiefermuskeln sind so gigantisch und sein Schädel so massiv konstruiert, dass er mühelos die Knochen von verendeten Kängurus oder Wombats zertrümmern kann. Das ist aber keine böse Absicht, sondern ein extrem wichtiger Job. 13/36 Als oberster Chef des tasmanischen Aufräumdienstes ist er ein reiner Aasfresser. Wo andere Raubtiere das Skelett liegen lassen, knuspert der Teufel absolut alles❗ weg – Fell, Knochen, Hufe und Fleisch. 14/36 Er hinterlässt eine blitzblanke Landschaft und verhindert so effektiv die Ausbreitung von Seuchen und Fliegenplagen. Er ist quasi die Müllabfuhr mit dem Supergebiss. 🔴 Das große Missverständnis: Ein Bluff in Dauerschleife Sein wissenschaftlicher Name bedeutet übersetzt 15/36 „Harrisis Fleischliebhaber“ – klingt wild, aber das Image des aggressiven Killers ist ein riesiges Missverständnis. Ja, wenn sich mehrere Teufel an einem Kadaver treffen, klingt das wie eine Kneipenschlägerei in der Unterwelt. 16/36 Sie fletschen die Zähne, kreischen sich in den höchsten Tönen an und gähnen sich sogar demonstrativ an. Aber dieses Gähnen ist kein Zeichen von Müdigkeit, sondern pure Kommunikation: „Schau dir meine Zähne an, ich bin eeecht gefährlich!“ Tatsächlich ist das meiste davon ein 17/36 gigantischer, evolutionärer Bluff. Die Tiere versuchen durch maximalen Lärm und rotheiße Ohren körperliche Kämpfe zu vermeiden❗. Sie sind eigentlich scheue, harmlose Wesen, die bei der Begegnung mit Menschen lieber das Weite suchen, statt anzugreifen. 18/36 🔴🚨 Der Teufelskreis (Ein Krebsgeschwür und alte Feinde bedrohen die Art) Während das falsche Image den Tieren heute vor allem Erstaunen einbringt, kämpft das Team für Artenschutz gegen eine mörderische Kombination aus Vergangenheit, Gegenwart und eingeschleppten Feinden. 19/36 Der Tasmanische Teufel steht auf der Roten Liste der stark gefährdeten Arten, und das hat gleich drei dramatische Gründe: ▶️ Die historische Menschenjagd: Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde der Teufel von den Siedelnden und Viehzüchtern gnadenlos bekämpft, vergiftet und in 20/36 Fallen gefangen. Man bezichtigte ihn fälschlicherweise des massenhaften Geflügel- und Schafsmordes. Erst im Jahr 1941 wurde er offiziell unter Schutz gestellt – gerade noch rechtzeitig, bevor er das Schicksal seines ausgestorbenen Nachbarn, des Beutelwolfs (Thylazin), teilen musste. 21/36 ▶️ Der invasive Rotfuchs: Als wäre die Vergangenheit nicht genug, macht ihm auf Tasmanien heute ein eingeschleppter Einwanderer das Leben schwer: der europäische Rotfuchs. Füchse und Teufel konkurrieren erbittert um dieselbe Nahrung. 22/36 Schlimmer noch: Füchse plündern mit Vorliebe die Erdhöhlen der Teufel und fressen deren schutzlose Jungtiere, während die Mutter auf Jagd ist. Siehe auch: bsky.app 23/36

🔴 🧵 Mit Schrotflinte und Jagdfieber ins ökologische Desaster Der Brite und sein Hobby Man muss sich das mal bildlich vorstellen: Da reist man im 19. Jahrhundert ans andere Ende der Welt, betritt einen Kontinent voller skurriler Beuteltiere, die es nirgendwo sonst gibt, 1/13

Invasive Arten: So schnell eroberten Füchse Australien

www.spektrum.de

▶️ DFTD – Der ansteckende Tumor: Der absolut unheimlichste Feind wütet seit Mitte des Jahrzehnts der 1990er-Jahre unter den Tieren: Devil Facial Tumor Disease. Es handelt sich um einen Gesichtskrebs, der – und das ist biologisch extrem selten – durch Bisse beim gemeinsamen Fressen 24/36 direkt von Tier zu Tier übertragen wird. Da die genetische Vielfalt der Teufel sehr gering ist, erkennt das Immunsystem die fremden Krebszellen nicht. Der Tumor führt oft innerhalb weniger Monate zum Verhungern oder Organversagen. Die Bestände brachen mancherorts um über 80 %❗ ein. 25/36 🔴 Das Teufels-Comeback auf dem Festland Die Rettung dieser einzigartigen Art läuft auf Hochtouren und gleicht einem biologischen Großprojekt. Zum einen werden in Schutzstationen gesunde „Arche-Noah-Populationen“ gezüchtet, um die genetische Vielfalt zu sichern. 26/36 Zum anderen gibt es eine sensationelle Nachricht aus dem weltweiten Artenschutz: Nach über 3.000 Jahren Abwesenheit wurden vor einigen Jahren wieder Tasmanische Teufel auf dem australischen Festland ausgewildert! In einem großen Schutzgebiet in New South Wales vermehren sie sich 27/36 bereits erfolgreich. Dort sollen sie als natürliche Jäger helfen, die eingeschleppten Plagen von Wildkatzen und Füchsen einzudämmen, die Australiens Tierwelt bedrohen. 🔴 Die schlussendliche emotionale Bilanz Der Tasmanische Teufel zeigt eindrucksvoll, dass man ein Buch 28/36 – oder ein Tier – niemals nach seinem Einband (oder seinem Sounddesign) beurteilen sollte. Hinter dem teuflischen Kreischen und den glutroten Wut-Ohren steckt ein hocheffizienter, verletzlicher Gesundheitspolizist, ohne den Australiens Natur aus dem Gleichgewicht gerät. 29/36 Und die Rettung läuft: Da Forschende weltweit unter Hochdruck an einem Impfstoff gegen den tückischen Gesichtskrebs arbeiten, liegt es an uns, diese Wissenschaft zu unterstützen – damit dieser kleine Wüterich sein schräges Konzert noch sehr lange im tasmanischen Mondschein anstimmen darf. 30/36 HIer findest du noch mehr packende Hintergründe zur „Katzen-Polizei“ und der medizinischen Rettungsmission. deutschlandfunkkultur.de 31/36

Der Überlebenskampf des Tasmanischen Teufels - Die Müllabfuhr der Wildnis

www.deutschlandfunkkultur.de

australia.com de.wikipedia.org 32/36

Fun facts über Tasmanische Teufel - Tourism Australia

www.australia.com

youtube.com tierchenwelt.de 33/36

Ausschnitt: youtube.com Ganzer Film: youtube.com 34/36

#EvolutionMitHumor_2 #NaturStaunen #Artenschutz #RoteListe #TasmanischerTeufel #Tasmanien #Beuteltier #Aasfresser #Biodiversität #Australien #NaturWunder #Science 35/36 Zur besseren Lesbarkeit 📚 skywriter.blue 36/36

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