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Patrick Graichen
Patrick Graichen

Neuer Blogpost: Während Merz das mit Macron vereinbarte "Aus vom Verbrenner-Aus" feiert, gelingt der E-Mobilität gerade in DE, FR und global der Durchbruch. Was heißt das für die deutsche Autoindustrie? steady.page

Der Durchbruch der E-Autos ist da - mit oder ohne deutsche Hersteller

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Zunächst eine Beobachtung: CDU/CSU und weite Teile der Presse diskutieren das "E-Auto vs. Diesel/Benziner"-Thema unter der Rubrik "Klimapolitik". Da gehört es aber gar nicht hin - es ist ein industriepolitisches Thema. Der Verbrenner verliert, weil E-Autos technologisch überlegen sind. Es hat lange gedauert, aber 2026 wird in die Geschichte als das Jahr des Durchbruchs der Elektromobilität eingehen. Von Januar bis September 2026 stieg der E-Auto-Anteil (BEV) in China von 23% auf 46%, in Frankreich von 28% auf 41% und in Deutschland von 22% auf 35%. Tendenz weiter steigend.

Der Markthochlauf der E-Autos folgt einer S-Kurve. Dänemark und Norwegen sind schon ganz oben, viele Länder (wie USA und Japan) sind noch weit unten - und DE, FR, EU und CN kommen gerade in den steilen Mittel-Teil. Hier geht es ab jetzt steil bergauf für E-Autos und steil bergab für Verbrenner.

Ohnehin ist die Produktion der Verbrenner über ihrem Zenit - der war nämlich schon 2017. Seither geht es bergab. 2026 markiert deshalb den Durchbruch, weil die Ölpreise aktuell hoch sind UND weil jetzt die Anschaffungskosten von E-Autos gleich hoch sind wie die von Verbrennern.

Das ist übrigens kein Industrie-Länder-Phänomen: Auch in etlichen Ländern des globalen Südens hebt die Elektromobilität gerade richtig ab. Kein Wunder, denn ein E-Auto ist im Betrieb viel günstiger als ein Verbrenner (und leiser, und besser in der Beschleunigung, und es stinkt nicht, etc...)

Es ist insofern ein bisschen rührend und gleichzeitig auch beängstigend, wenn Merz und Söder glauben, sie würden der deutschen Auto-Industrie etwas gutes tun, wenn sie das Verbrenner-Aus 2035 schleifen. Da ist der Markt eh bei >90% E-Mobilität angekommen. Die Frage ist, ob die deutsche Auto-Industrie dann noch eine Rolle spielt angesichts der chinesischen Konkurrenz. Die Bundesregierung hätte noch eine Chance, der deutschen Auto-Industrie einen Vorteil zu verschaffen: Durch die geplante Firmenwagen-Regulierung für Unternehmensflotten. Noch ist der Markt der E-Firmenwagen fest in deutscher Hand: 73% der in Deutschland verkauften Dienst- und Firmenwagen kommen von der VW-Gruppe, BMW und Mercedes. initiative-klimaneutral.de

https://initiative-klimaneutral.de/fileadmin/iknd_content/Publikationen/2607_IKND_Electrifying_Corporate_Fleets.pdf

initiative-klimaneutral.de

Wenn man also, wie Fraunhofer ISI hier analysiert, bei Firmenflotten einen hohen E-Auto-Anteil vorschreibt und dies dann auch mit "Made in Europe"-Kriterien kombiniert, sichert das massiv Jobs in der deutschen Auto-Industrie.

Man kann aber auch, wie etwa Söder, weiter von Technologieoffenheit und dem "High-Tech-Verbrenner" reden. Und den dann in ein paar Jahren im Technik-Museum besuchern, wo er vermutlich direkt neben den hocheffizienten Faxgeräten steht. Praktisch für Söder: Das Museum steht in München. Hier der gesamte Blogpost zum Nachlesen und zum Abonnieren: steady.page

Der Durchbruch der E-Autos ist da - mit oder ohne deutsche Hersteller

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